<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Beobachtet &#8211; StadtWalk: Emden &amp; Ostfriesland</title>
	<atom:link href="https://stadtwalk.de/format/beobachtet/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://stadtwalk.de</link>
	<description>Beobachtungen aus Emden und Ostfriesland</description>
	<lastBuildDate>Thu, 01 Oct 2026 11:27:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>

<image>
	<url>https://stadtwalk.de/wp-content/uploads/2026/02/commerzbank-150x150.png</url>
	<title>Beobachtet &#8211; StadtWalk: Emden &amp; Ostfriesland</title>
	<link>https://stadtwalk.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Tote Fische im Delft</title>
		<link>https://stadtwalk.de/tote-fische-im-delft-wahrscheinlich-kaelte-aber-nicht-alles-ist-geklaert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 16:52:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund & Recherche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=948</guid>

					<description><![CDATA[Wahrscheinlich die Kälte, aber nicht alles ist geklärt Im Winter fielen mir im Emder Delft mehrere tote Fische auf. Im März berichtete auch die Ostfriesen-Zeitung über zahlreiche Funde. Stadt und Fischereiverband halten ein winterbedingtes Sterben von Meeräschen für die wahrscheinlichste Erklärung. Ganz vollständig ist die Datenlage allerdings nicht. Wer am Delft entlanggeht, schaut gewöhnlich auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich die Kälte, aber nicht alles ist geklärt</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Winter fielen mir im Emder Delft mehrere tote Fische auf. Im März berichtete auch die Ostfriesen-Zeitung über zahlreiche Funde. Stadt und Fischereiverband halten ein winterbedingtes Sterben von Meeräschen für die wahrscheinlichste Erklärung. Ganz vollständig ist die Datenlage allerdings nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer am Delft entlanggeht, schaut gewöhnlich auf Boote, Möwen und das Wasser. Diesmal blieb mein Blick an etwas anderem hängen: Mehrere Fische trieben reglos an der Oberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein dramatisches Massensterben auf einen Blick. Aber genug, um sich zu fragen: Was ist hier passiert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offenbar war die Beobachtung kein Einzelfall. Die Ostfriesen-Zeitung berichtete am 19. März ebenfalls über zahlreiche tote Fische im Delft und im Binnenhafen. Nach Angaben der Stadt handelte es sich überwiegend um Meeräschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wahrscheinlichste Erklärung: der kalte Winter</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt Emden geht nach bisherigem Stand von einem natürlichen, winterbedingten Fischsterben aus. Meeräschen sind wärmeliebend und reagieren empfindlich auf niedrige Wassertemperaturen. Als Hauptursache gilt deshalb ein Kältestress oder Kälteschock.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Bezirksfischereiverband hält ein artspezifisches Problem für plausibel. Dass offenbar fast ausschließlich Meeräschen betroffen waren, spricht eher gegen ein allgemeines Schadstoffereignis. Externe Fachleute, die Stadtwalk dazu befragt hat, halten ebenfalls eine Kombination aus Kälte, Salzgehalt und geschwächten Tieren für möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz eindeutig ist die Sache trotzdem nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemessen wurde nur begrenzt</p>



<p class="wp-block-paragraph">NPorts ließ nach Angaben der Stadt den Sauerstoffgehalt messen. Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Weitere Wasseruntersuchungen wurden jedoch nicht vorgenommen. Insbesondere chemische Einflüsse wurden nicht untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die derzeitige Erklärung plausibel, aber nicht mit einer breiten Messreihe abgesichert. Der vorläufige Stand unserer Recherche lautet deshalb: Ein artspezifisches Winterproblem ist wahrscheinlicher als eine Verunreinigung – die schlichte Formel „Kälteschock“ erklärt aber vermutlich nicht alles.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Anlass, aus einigen toten Fischen einen Umweltskandal zu machen. Es ist aber ein guter Anlass, genauer hinzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Ostfrieslands Gewässer sind Übergangsräume zwischen Meer, Brackwasser, Häfen, Kanälen und Binnengewässern. Welche Fischarten dort vorkommen und wie sie auf Belastungen reagieren, hängt unter anderem von Salzgehalt, Temperatur, Sauerstoff, Strömung und Jahreszeit ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas gesehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Beobachtungen sind noch kein Beweis für ein Umweltproblem. Sie können aber ein Frühwarnsignal sein. Hilfreich sind dann vor allem ein genauer Ort, Datum und Uhrzeit, Fotos und eine ungefähre Zahl der betroffenen Tiere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer am Delft oder an anderen Gewässern in Emden ungewöhnlich viele tote oder taumelnde Fische, Verfärbungen, Schaum oder auffällige Gerüche bemerkt, kann Stadtwalk einen Hinweis schicken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir schauen nach.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frauenspaziergang in Emden</title>
		<link>https://stadtwalk.de/frauenspaziergang-in-emden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 18:18:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtgeschehen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=469</guid>

					<description><![CDATA[Walk &#38; Talk am 25.06.26 Die Reihe „Walk &#38; Talk – lopen un proten“ wird 2026 in Emden fortgesetzt. Eingeladen sind Frauen aus Emden und Umgebung, die gemeinsam spazieren gehen, ins Gespräch kommen und dabei unterschiedliche Orte in der Stadt entdecken möchten. Die Spaziergänge dauern etwa eine Stunde, sind kostenlos und eine Anmeldung ist nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading">Walk &amp; Talk am 25.06.26</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reihe <strong>„Walk &amp; Talk – lopen un proten“</strong> wird 2026 in Emden fortgesetzt. Eingeladen sind Frauen aus Emden und Umgebung, die gemeinsam spazieren gehen, ins Gespräch kommen und dabei unterschiedliche Orte in der Stadt entdecken möchten. Die Spaziergänge dauern etwa eine Stunde, sind kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer möchte, kann sich aber vorab über die Evangelische Familien-Bildungsstätte Emden anmelden( <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27ocknvq%2CkphqBghd%5C%2Fgofgp%5C%2Fnggt0fg%27);">info(at)efb-emden-leer.de</a> )</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wichtig:</strong> Getränke sollten selbst mitgebracht werden, wetterfeste Kleidung ist sinnvoll. Grundsätzlich finden die Spaziergänge auch bei Regen statt. Nicht allerdings bei Katastrophenwetterlagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Diese Termine sind noch möglich</h2>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Datum</th><th>Uhrzeit</th><th>Route / Thema</th><th>Treffpunkt</th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>Donnerstag, 25. Juni 2026</strong></td><td>16 Uhr</td><td>Barenburg, Rundgang mit dem Netzwerk Barenburg</td><td>„Baum der Begegnung“ im Park / gegenüber Klein-von-Diepold-Straße 10</td></tr><tr><td><strong>Donnerstag, 13. August 2026</strong></td><td>16 Uhr</td><td>Ökowerk Emden, inklusive Führung</td><td>Eingang Ökowerk, Kaierweg 40 A</td></tr><tr><td><strong>Donnerstag, 10. September 2026</strong></td><td>16 Uhr</td><td>Rundgang um den Delft, im Rahmen der Interkulturellen Woche 2026, mit offenem Singen</td><td>Fürbringerbrunnen im Stadtgarten</td></tr><tr><td><strong>Donnerstag, 29. Oktober 2026</strong></td><td>16 Uhr</td><td>Friesenhügel, anlässlich der Woche der seelischen Gesundheit</td><td>Mensa Hochschule Emden/Leer, Paapsand 34</td></tr><tr><td><strong>Donnerstag, 26. November 2026</strong></td><td>19 Uhr</td><td>Orange Walk in der Innenstadt zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen</td><td>Spielplatz Stephansplatz, Seite Bollwerkstraße</td></tr><tr><td><strong>Donnerstag, 17. Dezember 2026</strong></td><td>16 Uhr</td><td>Adventsspezial: Runde um den Delft mit anschließendem Weihnachtsmarktbesuch</td><td>Fürbringerbrunnen im Stadtgarten</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reihe wird von der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Emden, der Villa am Ring und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Emden getragen. Je nach Termin sind weitere Einrichtungen beteiligt. (<a href="https://www.emden.de/rathaus/verwaltung/stabsstellen/gleichstellungsbeauftragte/walk-and-talk">Stadt Emden</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen:</strong><br>Stadt Emden – Gleichstellungsbeauftragte Gaby Philipps- gleichstellung(at)emden.de</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Queerpolitik vor Ort: Diskussion im OLME</title>
		<link>https://stadtwalk.de/queerpolitik-vor-ort-diskussion-im-olme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 10:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtgeschehen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=439</guid>

					<description><![CDATA[Sichtbarkeit, Orga und das liebe Geld Am Abend des 17. Juni fand im Emder Ostfriesischen Landesmuseum (OLME) im Rahmen des Pride Month eine queerpolitische Debatte statt. Moderiert wurde der Abend von Thomas Wilde vom VNB Göttingen. Auf dem Podium saßen Vertreter:innen des Queeren Netzwerks Ostfriesland sowie Kommunalpolitiker:innen verschiedener Parteien: Hendrik Küpker von der GfE, Wilke [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sichtbarkeit, Orga und das liebe Geld</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des 17. Juni fand im Emder Ostfriesischen Landesmuseum (OLME) im Rahmen des Pride Month eine queerpolitische Debatte statt. Moderiert wurde der Abend von Thomas Wilde vom VNB Göttingen. Auf dem Podium saßen Vertreter:innen des Queeren Netzwerks Ostfriesland sowie Kommunalpolitiker:innen verschiedener Parteien: Hendrik Küpker von der GfE, Wilke Held von der CDU, Benjamin Mogk von den Linken, Darinka Herrmann von den Grünen und Detlef Warnecke von der SPD. Auffällig war auch eine Leerstelle: Von der FDP war, soweit ich es wahrgenommen habe, niemand vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abend begann mit Vorstellungsrunden. Fast Vereinsroutine. Tatsächlich wurde aber schon hier deutlich, worum es an diesem Abend ging: nicht um abstrakte Debattenbegriffe sondern um Menschen, Biografien, Erfahrungen, ehrenamtliche Arbeit, Beratungsstrukturen, Schutzräume und um die Frage, ob eine Region wie Ostfriesland queere Menschen nur gelegentlich sichtbar macht oder ihnen dauerhaft verlässliche Unterstützung bietet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Vorstand des Queeren Netzwerks Ostfriesland stellten sich Timo Rabenstein, Janik Daniels und Sandra Kramp vor. Rabenstein und Daniels stehen für viele Jahre queerer Arbeit in Ostfriesland: Aufklärung, Gruppenarbeit, Prävention, CSD-Organisation, Vernetzung. Man merkt solchen Lebensläufen an, was es konkret bedeutet, sich für eine queere Community zu engagieren. Hier wurde über Arbeit gesprochen. Über viel Arbeit. Meist ehrenamtlich, oft mit begrenzten Mitteln, aber offenbar mit großer Ausdauer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am stärksten berührt hat mich der Beitrag von Sandra Kramp. Sie erzählte, wie sie über ihr eigenes Kind zur queeren Community fand. Erst ging es um die Suche nach einer Anlaufstelle, nach Orientierung, nach Menschen, die zuhören und nicht sofort sortieren, bewerten oder korrigieren wollen. Aus dieser Suche wurde Engagement. Heute ist Kramp selbst im Vorstand des Netzwerks aktiv. Gerade dieser Perspektivwechsel war überzeugend: von der Mutter, die Unterstützung sucht, zur Frau, die andere unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Beiträge machen deutlich, dass Queerpolitik nicht erst dort beginnt, wo Parlamente über Gesetze abstimmen. Sie beginnt viel früher: bei einem Jugendlichen, der sich nicht erklären kann oder nicht erklären will. Bei Eltern, die plötzlich merken, dass auch sie Hilfe brauchen, wenn Wissen, Sprache und Anlaufstellen fehlen. Bei Ehrenamtlichen, die Räume offenhalten, Gespräche führen, Gruppen organisieren und dabei Aufgaben übernehmen, die eigentlich längst besser abgesichert sein müssten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders eindrücklich war auch der Beitrag einer intergeschlechtlichen Person, die sich selbst als dem dritten Geschlecht zugehörig beschrieb. Diese Perspektive nimmt auch innerhalb der queeren Community eine besondere Stellung ein. Während lesbische, schwule, bisexuelle oder trans Personen inzwischen zumindest häufiger öffentlich vorkommen, bleiben intergeschlechtliche Menschen oft fast unsichtbar. Ihre Erfahrungen passen schlecht in einfache Debattenmuster. Sie zeigen, dass die Vorstellung von zwei klar getrennten biologischen Geschlechtern nicht nur sozial eng, sondern auch medizinisch und körperlich unvollständig ist. Die Wirklichkeit ist komplexer als Formulare und Alltagsverstehen es suggerieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im weiteren Verlauf ging es um Fragen, die sich aus dem Alltag queerer Menschen in Emden und Ostfriesland ergeben: Sichtbarkeit, Prävention, Jugendarbeit, sichere Treffpunkte, Beratung und Finanzierung. Auch ein Runder Tisch wurde angeregt. Das klingt zunächst nach einem dieser trockenen kommunalen Begriffe, die eher etwas angestaubt nach &#8222;Schwafelrunde&#8220; klingen. Aber sinnvoll eingerichtet wäre ein solcher Runder Tisch ein verbindlicher Austausch zwischen Netzwerk, Stadt, Politik, Verwaltung, Jugendarbeit, Schulen und weiteren Trägern. Der <a href="https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Soziales/Familie-Partnerschaft/LSBTIQ/Beauftragte-f%C3%BCr-sexuelle-und-geschlechtliche-Vielfalt-der-Landeshauptstadt-Hannover/Emanzipation-und-Akzeptanz-von-sexueller-und-geschlechtlicher-Vielfalt-in-der-Landeshauptstadt-Hannover" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hannoveraner Runde Tisch</a> wurde hier als positives Beispiel genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn genau hier liegt der Kern. Queere Arbeit darf nicht davon abhängen, ob gerade engagierte Einzelpersonen Zeit, Kraft und Nerven übrig haben. Sichtbarkeit im Pride Month ist wichtig. Regenbogenflaggen sind nicht nichts. Ein CSD ist nicht nur bunt, sondern ein politisches Zeichen. Aber danach beginnt der Alltag. Und Alltag braucht Strukturen: Räume, Ansprechpersonen, Geld, Zuständigkeiten, Fortbildungen, Prävention, Kontinuität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich war dieser Abend weniger eine Debatte im klassischen Sinn als eine lokale Bestandsaufnahme. Wer macht diese Arbeit eigentlich? Wer trägt sie? Wer braucht sie? Und wer ist politisch bereit, sie nicht nur freundlich zu loben, sondern konkret zu unterstützen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Diskussionscharakter des Abends war trotzdem da. Es wurden nicht nur vorbereitete Statements abgegeben, sondern auch Fragen aus dem Alltag queerer Menschen aufgegriffen: Sichtbarkeit, Prävention, Finanzierung, Jugendarbeit, Räume, Zuständigkeiten. Zugleich war der Abend für die anwesenden Politiker:innen natürlich auch eine Bühne. Kommunalpolitik kommt selten völlig ohne Selbstdarstellung aus, und in Wahlkampfzeiten schon gar nicht. Man merkte, dass hier nicht nur zugehört, sondern auch Position bezogen, Zustimmung signalisiert und politische Anschlussfähigkeit gezeigt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist nicht automatisch verwerflich. Demokratie besteht auch daraus, dass Menschen öffentlich sagen müssen, wofür sie stehen. Interessant wurde es aber dort, wo sich zeigte, wer konkret wurde und wer eher im freundlich Allgemeinen blieb. Queere Politik lässt sich leicht mit Worten unterstützen: Respekt, Vielfalt, Toleranz, Offenheit. Schwieriger wird es, wenn daraus verlässliche Strukturen werden sollen — etwa feste Ansprechpartner:innen, Räume, finanzielle Unterstützung, Präventionsarbeit oder ein Runder Tisch, der nicht nur angekündigt, sondern auch tatsächlich arbeitsfähig gemacht wird.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein bisschen Filmfest</title>
		<link>https://stadtwalk.de/ein-bisschen-filmfest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 16:56:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur & Kritik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=386</guid>

					<description><![CDATA[Trad – Coming of Age &#8211; Traditional Am Donnerstag, 04.06.26, 21.10 im Festspielhaus Der erste Film war gleich ein schöner Festivalmoment, auch wenn der Abend zunächst etwas holperte. Voller Saal im Festspielhaus am Wall, eine kurze Einführung, Vorstellung des Regisseurs – und dann: technische Probleme. Mal war der Ton zu laut, dann verschwanden die Untertitel, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Trad – Coming of Age &#8211; Traditional</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag, 04.06.26, 21.10 im Festspielhaus</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Film war gleich ein schöner Festivalmoment, auch wenn der Abend zunächst etwas holperte. Voller Saal im Festspielhaus am Wall, eine kurze Einführung, Vorstellung des Regisseurs – und dann: technische Probleme. Mal war der Ton zu laut, dann verschwanden die Untertitel, nach etwa zehn Minuten hing der Film ganz. Die Moderatorin erklärte ein Problem mit der Filmdatei, der Regisseur fragte ins Publikum, ob man neu starten dürfe. Man durfte. Das Publikum blieb freundlich. Emden kann Geduld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann begann <em>Trad</em> noch einmal. Und diesmal zog der Film sofort hinein: Füße, die rhythmisch über den Boden schlagen, irische Klänge, Übungsräume, Gesichter, Landschaften. Viel Wind, viel Weite, viel Musik. Nicht einfach Postkarte, sondern etwas, das sofort eine besondere Stimmung erzeugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die äußere Klammer des Films ist das Fleadh, jenes große Festival der traditionellen irischen Musik. Am Anfang sehen wir das Training: Kinder und Jugendliche üben, darunter auch Shóna und ihr Bruder Mickey, angeleitet von ihrer Mutter. Schon hier ist klar: Tradition spielt in diesem Film ein große Rolle. Sie sitzt in den Füßen, in den Händen, in der Haltung, und auch ziemlich streng im Nacken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum steht Shóna, eine Teenagerin aus Donegal, die ein außergewöhnliches Talent für traditionelle irische Musik hat und genau damit hadert. Sie spielt die Fiddle sehr virtuos. Aber: zu Hause wird es ihr zu eng. Ihre Mutter ist will sie so sehr kontrollieren, dass bei Shóna fast nur noch Widerstand übrig bleibt. Also geht sie fort, mit ihrem kleinen Bruder Mickey und einer bunten Gruppe reisender Musikerinnen und Musiker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Film wird dadurch eine Coming-of-Age-Geschichte und ein kleiner Roadmovie. Shóna probiert sich aus, eckt an, wächst musikalisch, wird gesehen – und merkt zugleich, dass Freiheit auch in der vermeintlich freien Gruppe nicht einfach zu haben ist. Besonders mit Ray, mit dem sie musikalisch und intellektuell gut harmoniert, wird es kompliziert. Er wünscht sich auch körperliche Nähe, die sie nicht will. Und als klar wird, dass dieser Roadtrip für ihn eher ein Zwischenraum vor dem College ist, trifft das Shóna hart. Für sie geht es um mehr: um Musik, um Können, um Weiterentwicklung und nicht nur einen Sommerausflug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende kehrt der Film dorthin zurück, wo er begonnen hat: zum Fleadh. Nur ist Shóna nicht mehr dieselbe. Im Pub bekommt sie eine Geige, Ray taucht auf, die Musik setzt ein, es wird getanzt. Das ist kein revolutionäres Ende, kein großer Neuanfang, aber trotzdem sehr schön. <em>Trad</em> erzählt einen unterhaltsamen Roadmovie mit toller Musik in wunderschöner Landschaft und sehr starken Schauspieler:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders Megan Nic Fhionnghaile und Dallán Woods sind sehr starke Hauptfiguren, die sehr authentisch spielen. Vermutlich auch deshalb, weil sie wirklich zwischen der Leidenschaft für Musik und Schauspiel hin und her pendeln.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachdenken über Geschlechtergerechtigkeit</title>
		<link>https://stadtwalk.de/nachdenken-ueber-geschlechtergerechtigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 07:16:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund & Recherche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=174</guid>

					<description><![CDATA[Kurzprotokoll Vortrag: Nachdenken über Geschlechtergerechtigkeit heuteReferentin: Prof. Dr. Ines PohlkampOrt: VHS Emden / Hochschule Emden-LeerDatum: 11. März 2026 Ausgangspunkt Der Vortrag behandelt Geschlechtergerechtigkeit als gesellschaftliches Grundrecht im Spannungsfeld von Akzeptanz, erreichten Fortschritten und fortbestehenden Angriffen. Im Mittelpunkt stehen geschlechterpolitische Diskurse, antifeministische Anfeindungen, Fragen geschlechtersensibler sozialer Arbeit und mögliche Handlungsperspektiven. Zentrale Themen Geschlechtergerechtigkeit wird mit mehreren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Kurzprotokoll</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vortrag:</strong> <em>Nachdenken über Geschlechtergerechtigkeit heute</em><br><strong>Referentin:</strong> Prof. Dr. Ines Pohlkamp<br><strong>Ort:</strong> VHS Emden / Hochschule Emden-Leer<br><strong>Datum:</strong> 11. März 2026</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ausgangspunkt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vortrag behandelt Geschlechtergerechtigkeit als gesellschaftliches Grundrecht im Spannungsfeld von Akzeptanz, erreichten Fortschritten und fortbestehenden Angriffen. Im Mittelpunkt stehen geschlechterpolitische Diskurse, antifeministische Anfeindungen, Fragen geschlechtersensibler sozialer Arbeit und mögliche Handlungsperspektiven.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zentrale Themen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Geschlechtergerechtigkeit wird mit mehreren Ebenen verknüpft: gesetzliche Gleichstellung, Sichtbarkeit und Repräsentation, Akzeptanz in der Bevölkerung, Bildung und Aufklärung sowie der Ausbau queerer Angebote in der sozialen Arbeit. Ein weiterer Themenblock betrifft Debatten um geschlechtergerechte Sprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wird die Istanbul-Konvention als wichtiger Rahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt benannt. Hervorgehoben werden Schutz, Prävention, Justiz und politische Gesamtstrategien.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Intersektionale Perspektive</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentrales Argument des Vortrags ist, dass Geschlechterfragen nie isoliert betrachtet werden sollten. Sie überschneiden sich mit weiteren Kategorien wie Sexualität, Behinderung, Alter, Migration, Klasse, Religion und anderen sozialen Lagen. Diese Verschränkungen werden als intersektionale Perspektive dargestellt. Entsprechend werden auch verschiedene Diskriminierungsformen zusammengedacht, darunter Sexismus, Homo- und Queerfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus, Klassismus, Ableismus und Ageismus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Antifeminismus und Ablehnung im Alltag</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vortrag unterscheidet zwischen Antifeminismus, Sexismus und Misogynie. Antifeminismus erscheint dabei als ideologische Ablehnung feministischer Errungenschaften und Gleichstellungsansprüche. Im Alltag zeigt sich diese Ablehnung in unterschiedlichen Formen: Ignoranz, Lächerlichmachen, Ressourcenknappheit, Spaltung von Frauengruppen, Schuldzuweisungen, Infragestellen von Informationen, parlamentarische Angriffe, Social-Media-Kampagnen bis hin zu Gewaltandrohungen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Handlungsperspektiven im Umgang mit Antifeminismus</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als praktische Reaktionen werden mehrere Schritte genannt: vorbereitet sein, antifeministische Muster erkennen, Vorfälle benennen und dokumentieren, Betroffene schützen, Unterstützung suchen und die jeweiligen Vorgänge analysieren. Der Zugang ist also nicht bloß moralisch, sondern auch strategisch gedacht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Persönliche Handlungsperspektiven</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf individueller Ebene werden genannt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gegenrede, Zuhören und Debattieren</li>



<li>sachliche Argumentation</li>



<li>Grenzen setzen</li>



<li>sich auf Mikroebene einbringen</li>



<li>Selbstfürsorge</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist bemerkenswert nüchtern: Nicht Heldentum, sondern belastbare Praxis.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Handlungsperspektiven im gesellschaftlichen Diskurs</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf breiterer Ebene nennt der Vortrag:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>zivilgesellschaftliches Engagement</li>



<li>Forschung, Aufklärung, Bildung und Lehre</li>



<li>Gleichstellungsmaßnahmen</li>



<li>Stärkung von Gewaltschutzeinrichtungen</li>



<li>Kooperation und Ausbau bestehender Maßnahmen</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Thematische Perspektiven für die Weiterarbeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als weitere Arbeitsfelder werden angesprochen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Macht und Geschlecht</li>



<li>globale Feminismen</li>



<li>Gleichstellungsmaßnahmen</li>



<li>Netzwerken</li>



<li>inhaltliche Weiterentwicklungen</li>



<li>geschlechterpolitische Einmischung trotz Ausdifferenzierungen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wird angedeutet, dass die Debatte nicht abgeschlossen ist, sondern eher sich weiter ausdifferenziert, was einerseits Verständnis vertieft und gleichzeitig konfliktreicher wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Debatten in der Sozialen Arbeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein eigener Schwerpunkt liegt auf Auseinandersetzungen innerhalb geschlechtersensibler Sozialer Arbeit und Pädagogik, besonders in feministischen Projekten und in der Arbeit mit Mädchen/MINTA+, Frauen/FLINTA+. Genannt werden dabei mehrere Spannungen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beim Zukunftstag werde teils argumentiert, Jungen seien benachteiligt, deshalb müsse alles für alle geöffnet werden.</li>



<li>In feministischen Projekten, Archiven und Mädchenzentren stellt sich die Frage nach Nachwuchs und Verantwortungsübernahme.</li>



<li>Die Zielgruppen sozialer Arbeit haben sich verändert; Lebenslagen und Lebenswelten der Adressat*innen werden komplexer wahrgenommen beziehungsweise sind komplexer geworden.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vortrag zeichnet Geschlechtergerechtigkeit als umkämpftes Feld. Fortschritte sind sichtbar, zugleich bleiben Gegenbewegungen stark und oft gut organisiert. Die Antwort darauf soll nicht nur in Haltung bestehen, sondern in Analyse, Schutz, Bildung, Vernetzung und praktischer Einmischung. Oder etwas prosaischer: Rechte können erkämpft werden, aber sie erledigen ihre Verteidigung leider nicht von selbst.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn niemand sein Fahrrad vermisst</title>
		<link>https://stadtwalk.de/wenn-niemand-sein-fahrrad-vermisst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 22:37:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtgeschehen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=136</guid>

					<description><![CDATA[Fundsachen-Versteigerung am 11. April auf dem Neuen Markt Am 11. April 2026 um 11 Uhr versteigert die Stadt Emden auf dem Neuen Markt Fundsachen, für die sich innerhalb der gesetzlichen Frist keine Eigentümer gemeldet haben. Grundlage ist § 973 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches: Werden verlorene Gegenstände nicht abgeholt, dürfen sie öffentlich meistbietend verkauft werden. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fundsachen-Versteigerung am 11. April auf dem Neuen Markt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. April 2026 um 11 Uhr versteigert die Stadt Emden auf dem Neuen Markt Fundsachen, für die sich innerhalb der gesetzlichen Frist keine Eigentümer gemeldet haben. Grundlage ist § 973 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches: Werden verlorene Gegenstände nicht abgeholt, dürfen sie öffentlich meistbietend verkauft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer glaubt, Anspruch auf einen der Gegenstände zu haben, kann seine Rechte noch bis zum 28. März 2026 beim Bürgerbüro geltend machen (§ 980 Abs. 1 BGB). Die zu versteigernden Stücke können zwei Stunden vor Beginn besichtigt werden. Verkauft wird gegen Barzahlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Gegenstände konkret unter den Hammer kommen, geht aus der Bekanntmachung nicht hervor. Erfahrungsgemäß handelt es sich bei solchen Versteigerungen häufig um Fahrräder, Elektronik oder kleinere Wertgegenstände – also Dinge des Alltags.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Fundsachen-Versteigerung ist mehr als ein Verwaltungstermin. Sie ist ein kleiner Einblick in das, was in einer Stadt verloren geht – und nicht wieder abgeholt wird. Wie viele Gegenstände jährlich im Emder Fundbüro landen, wie viele zurückgegeben werden und wie hoch die Erlöse ausfallen, ist bislang nicht öffentlich bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stadtwalk wird diese Zahlen erfragen. Denn auch scheinbar beiläufige Verwaltungsvorgänge erzählen etwas über Mobilität, Konsum und Bewegung in einer Stadt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Im Kräftefeld der Gruppe – Kurt Lewin und die Praxis der Demokratie</title>
		<link>https://stadtwalk.de/im-kraeftefeld-der-gruppe-kurt-lewin-und-die-praxis-der-demokratie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 22:29:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund & Recherche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=134</guid>

					<description><![CDATA[Prof. Dr. Annika Wolf über Feldtheorie, Gruppendynamik und demokratische Praxis Wenn Prof. Dr. Annika Wolf von „Gruppen als Lernorte gelebter Demokratie“ spricht, knüpft sie an einen Klassiker der Sozialwissenschaften an: Kurt Lewin, den Pionier der modernen Sozialpsychologie und Begründer der Feldtheorie. Lewin hat gezeigt, dass Gruppen keine bloßen Aggregationen von Individuen sind, sondern dynamische Kräftefelder, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Prof. Dr. Annika Wolf über Feldtheorie, Gruppendynamik und demokratische Praxis</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Prof. Dr. <strong>Annika Wolf</strong> von „Gruppen als Lernorte gelebter Demokratie“ spricht, knüpft sie an einen Klassiker der Sozialwissenschaften an: <strong>Kurt Lewin</strong>, den Pionier der modernen Sozialpsychologie und Begründer der Feldtheorie. Lewin hat gezeigt, dass Gruppen keine bloßen Aggregationen von Individuen sind, sondern dynamische Kräftefelder, in denen Verhalten entsteht. Seine zentrale Einsicht lautet: Verhalten ist keine Eigenschaft isolierter Personen, sondern ein Produkt der wechselseitigen Beziehung zwischen Individuum und Umfeld – oft formuliert in der Gleichung <em>B = f(P, E)</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lewin begann seine akademische Laufbahn in Berlin und entwickelte später in den USA Konzepte wie Gruppendynamik, Aktionsforschung und Feldtheorie weiter. Er war davon überzeugt, dass soziale Prozesse nicht nur beschrieben, sondern praktisch gestaltet werden müssen. Seine Forschung in kleinen Gruppen führte unter anderem zu Studien über Führungsstile und demokratische Entscheidungsprozesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Perspektive ist auch für Wolfs Ansatz zentral: Entscheidend ist nicht allein, was Individuen denken, sondern wie sie sich in ihren sozialen Feldern bewegen und wie diese Felder gestaltet werden können – seien es Arbeitsgruppen, Teams oder ganze Organisationen. Wolf bringt in diese Diskussion ihre eigene interdisziplinäre Erfahrung ein: als Wirtschaftswissenschaftlerin mit rechtswissenschaftlicher Promotion, systemischer Coach und Mediatorin. Sie beschäftigt sich mit nachhaltiger Transformation und resilienter Organisationsentwicklung – also mit der Frage, wie soziale Felder so eingerichtet werden können, dass Partizipation, klare Kommunikation und Lernprozesse möglich werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Lehre und Praxis setzt Wolf auf dynamische, interaktive Formate, die Gruppendynamik nicht als Störfaktor, sondern als Ressource begreifen. Diese Haltung ist kein simpler Optimismus, sondern eine praktische Konsequenz aus Lewins Feldtheorie: Wenn Verhalten im Feld entsteht, lässt sich das Feld gestalten – und damit die Bedingungen, unter denen demokratische Praxis möglich wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Termin:</strong> Donnerstag, 26. Februar 2026, 18:00–20:15 Uhr<br><strong>Eintritt:</strong> kostenfrei</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung ist Teil der Emder Partnerschaft für Demokratie.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Serie: Grüner Wasserstoff – Zukunft an der Küste?</title>
		<link>https://stadtwalk.de/serie-gruener-wasserstoff-zukunft-an-der-kueste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 21:55:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund & Recherche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=122</guid>

					<description><![CDATA[Wasserstoff wird fast reflexhaft mit der Energiewende verknüpft. Das ist allerdings erklärungsbedürftig. 1. Warum taucht der Begriff Wasserstoff in der Energiewende ständig auf? Wind- und Solarstrom schwanken. Es gibt Tage mit Überschuss und Tage mit Flaute. Strom lässt sich nur begrenzt direkt speichern. Wasserstoff ist hier ein möglicher Puffer: Überschüssiger Strom wird genutzt, um Wasser [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wasserstoff wird fast reflexhaft mit der Energiewende verknüpft. Das ist allerdings erklärungsbedürftig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Warum taucht der Begriff Wasserstoff in der Energiewende ständig auf?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wind- und Solarstrom schwanken. Es gibt Tage mit Überschuss und Tage mit Flaute. Strom lässt sich nur begrenzt direkt speichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wasserstoff ist hier ein möglicher <strong>Puffer</strong>: Überschüssiger Strom wird genutzt, um Wasser per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Der Wasserstoff kann gespeichert, transportiert und später genutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er ist damit kein Ersatz für Strom, sondern eine Art Langzeitspeicher und Industriebaustein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Wofür braucht man ihn konkret?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Heute vor allem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Chemieindustrie (z. B. Düngemittel)</li>



<li>Raffinerien</li>



<li>Teilweise Metallverarbeitung</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">In der Energiewende zusätzlich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Stahlproduktion ohne Kohle</li>



<li>Schwerlastverkehr, Schifffahrt</li>



<li>Energiespeicherung für längere Zeiträume</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger sinnvoll ist er dort, wo man direkt Strom nutzen kann (z. B. Haushaltsheizungen oder Pkw).</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Wie bekommt man ihn?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Grundwege:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Aus Erdgas</strong> (heute Standard, aber mit CO₂-Emissionen)</li>



<li><strong>Aus Kohle</strong> (klimapolitisch problematisch)</li>



<li><strong>Aus Wasser durch Elektrolyse</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Nur letzteres ist wirklich nachhaltig, also „grün“ – vorausgesetzt, der Strom stammt aus erneuerbaren Quellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Technik ist nicht neu. Elektrolyse gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Neu ist der Versuch, sie industriell im großen Maßstab mit Wind- und Solarstrom zu koppeln.</p>



<h3 class="wp-block-heading">4. Warum gilt die Küste als prädestiniert?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Norddeutschland – auch Ostfriesland – hat viel <strong>Windenergie</strong>, insbesondere Offshore.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier entstehen regelmäßig Stromüberschüsse, weil:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>viel Windstrom produziert wird,</li>



<li>aber Industriezentren oft weiter südlich liegen,</li>



<li>und Netze begrenzt sind.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Idee: Statt Strom teuer zu transportieren oder abzuregeln ( und den Strom somit zu verschenken), produziert man vor Ort Wasserstoff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hafenstandorte sind zusätzlich interessant, weil:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Import und Export möglich sind,</li>



<li>bestehende Energieinfrastruktur vorhanden ist,</li>



<li>Industrieflächen verfügbar sind.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Projekte wie der <strong>H2Coastlink</strong> ( eine Gasleitung für Wasserstoff von Emden nach Leer) sollen solche Küstenregionen mit Industriezentren verbinden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">5. Wie aufwendig ist das?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Erheblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man braucht:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Große Elektrolyseure</li>



<li>Sehr viel erneuerbaren Strom</li>



<li>Wasseraufbereitung</li>



<li>Speicheranlagen</li>



<li>Pipelines oder Verladeinfrastruktur</li>



<li>Abnehmer mit kontinuierlichem Bedarf</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem gehen entlang der Kette Energieanteile verloren. Die Effizienz ist deutlich geringer als bei direkter Stromnutzung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">6. Ist das Verfahren ausgereift?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Technisch: ja.<br>Systemisch: noch im Aufbau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elektrolyseure funktionieren zuverlässig. Was noch nicht flächendeckend existiert, ist:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>eine durchgängige Infrastruktur,</li>



<li>ein stabiler Markt mit kalkulierbaren Preisen,</li>



<li>ausreichend günstiger grüner Strom.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das Risiko liegt weniger in der Technologie als in der ökonomischen Skalierung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">7. Welche Unternehmen können das?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">International und national sind u. a. aktiv ( nicht vollständig):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Siemens Energy (Elektrolysetechnik)</li>



<li>Thyssenkrupp Nucera (Großelektrolyseure)</li>



<li>ITM Power</li>



<li>Nel ASA</li>



<li>Linde plc</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Energieversorger und Netzbetreiber, die Infrastrukturprojekte entwickeln.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Vorläufiges Zwischenfazit für die Region</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Küste ist technisch sinnvoll: viel Wind, Hafen, Fläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob daraus eine wirtschaftliche Zukunft wird, hängt weniger an der Physik als an:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Strompreisen</li>



<li>Förderpolitik</li>



<li>Industrieansiedlung</li>



<li>globaler Nachfrage</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage für Ostfriesland lautet daher nicht:<br>„Ist Wasserstoff möglich?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern:<br><strong>Entsteht hier eigenständige Wertschöpfung – oder nur Durchleitung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Schritt werden wir konkret auf Emden schauen: Welche Projekte sind real geplant, welche Firmen sind beteiligt – und wo liegen die Risiken?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arthouse-Filme im CineStar</title>
		<link>https://stadtwalk.de/arthouse-filme-im-cinestar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudi Steiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2026 22:12:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur & Kritik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stadtwalk.de/?p=48</guid>

					<description><![CDATA[Der vhs Filmclub Emden bringt seit mehr als fünf Jahrzehnten Filme abseits des Hollywood-Mainstreams nach Emden. Die Programmgestaltung verantwortet ein ehrenamtliches Team, das regelmäßig die Wünsche der Filmclub-Mitglieder berücksichtigt. Gezeigt wird montags jeweils um 20 Uhr im CineStar Emden am Wasserturm; mittwochs folgen Wiederholungen oft in Originalsprache mit Untertiteln. Im Februar / März 2026 stehen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>vhs Filmclub Emden</strong> bringt seit mehr als fünf Jahrzehnten Filme abseits des Hollywood-Mainstreams nach Emden. Die Programmgestaltung verantwortet ein ehrenamtliches Team, das regelmäßig die Wünsche der Filmclub-Mitglieder berücksichtigt. Gezeigt wird montags jeweils um 20 Uhr im <strong>CineStar Emden</strong> am Wasserturm; mittwochs folgen Wiederholungen oft in Originalsprache mit Untertiteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <strong>Februar / März 2026</strong> stehen auf dem Programm:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>„Blindgänger“</strong> – Episodenfilm aus Deutschland (Mo 23.02. &amp; Mi 25.02., 20 Uhr). (D 2024, 95 Min.)<br>Regie: Kerstin Polte<br>Mit: Anne Ratte-Polle, Haley Louise Jones, Bernhard Schütz, Claudia Michelsen, Daniel Sträßer, Karl Markovics u.a.<br>Der Fund einer Weltkriegsbombe löst in Hamburg eine großflächige Evakuierung aus. In dieser Ausnahmesituation treffen unterschiedliche Menschen aufeinander, alte Konflikte und verdrängte Erfahrungen brechen auf.<br>Der Episodenfilm verbindet individuelle Geschichten mit der Frage, wie Menschen in unsicheren Zeiten reagieren: auf Angst, Kontrollverlust, Nähe. Im Zentrum stehen Verletzlichkeit und die Möglichkeit kurzfristiger Solidarität – nicht mit großer Geste, sondern in Momenten.</li>



<li><strong>„Die jüngste Tochter“</strong> – Vielschichtiges Drama (Mo 02.03. &amp; Mi 04.03., 20 Uhr). (F/D 2025, 107 Min.)<br>Regie: Hafsia Herzi<br>Nach dem Roman von Fatima Daas<br>Mit: Nadia Melliti, Ji-Min Park, Amina Ben Mohamed, Melissa Guers, Rita Benmannana<br>Fatima, 17, wächst als jüngste Tochter einer französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort auf. Sie spielt Fußball, bewegt sich souverän im Freundeskreis der Jungs – und verbirgt, dass sie sich zu Frauen hingezogen fühlt.<br>Mit dem Beginn eines Philosophiestudiums in Paris erweitert sich ihr Horizont. Zwischen religiöser Prägung, familiären Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung gerät sie zunehmend unter Druck.<br>Das Drama folgt nüchtern dem Prozess eines inneren Coming-outs: der Suche nach Identität, Zugehörigkeit und einem eigenen Platz – jenseits vorgegebener Rollen. Der Film arbeitet überwiegend mit Laiendarstellerinnen und setzt auf Unmittelbarkeit statt Pathos.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
