
Texte · Spaziergänge · Einordnungen
Solidarische Landwirtschaft vor der Haustür
Einen Beitrag über solidarische Landwirtschaft, den ich in einem Buch las, führte überraschend schnell nach Wybelsum. Dort wird in Emden bereits praktiziert, was ungewöhnlich ist: Ernte, Kosten und Risiken eines Bauernhofes werden gemeinschaftlich getragen. Gerade mit Blick auf Dürre, Wetterextreme und regionale Versorgung ist das sehr viel wert. Es geht um die Frage, wie Ernährung wieder gemeinsamer gedacht werden kann.
Queeres Ostfriesland wird sichtbar
Am 13. Juni zieht der CSD wieder durch Emden. Doch es ist mehr als ein bunter Tag mit Kostümen und Masken: In Ostfriesland entstehen Netzwerke, Treffpunkte, Beratungsangebote und politische Räume für queere Menschen. Das Motto „Wi sün ümmer dar!“ ist keine Folklore, sondern eine Ansage: Sichtbar sein, handeln und die diverse Gesellschaft im Alltag verankern.
Ein Konzertabend zwischen Dunkel und Licht
In der Kirche von Hinte spielten Danjulo Ishizaka und Markus Schirmer bei den Gezeitenkonzerten einen Abend, der nicht bloß Programm abarbeitete. Mozart, Brahms, Cassadò und Beethoven wurden zu einer Bewegung: Zwischen Monolog und Zwiesprache. Zwischen Jubel und Melancholie. Am Ende war es allerdings immer: gemeinsame Energie.
Agatha Christie ohne Poirot
„Tod auf dem Nil“ im Festspielhaus Emden beginnt vertraut: Nilkreuzfahrt, gehobene Gesellschaft, Eifersucht, Pistole, Mordverdacht. Und doch fehlt eine Figur, die viele erwarten: Hercule Poirot. Die Bühnenfassung folgt Agatha Christies eigener Theaterbearbeitung, in der der scharfsinnige Pfarrer Canon Pennefather die Ermittlerrolle übernimmt. Das verändert den Ton — weniger berühmter Detektiv, mehr Kammerspiel über Gier, Kränkung und Enttäuschung.
Geschlechtergerechtigkeit bleibt Arbeit
Ein Vortrag in Emden machte deutlich: Geschlechtergerechtigkeit ist kein erledigtes Kapitel, sondern ein umkämpftes Feld. Es geht um Rechte, Sichtbarkeit, Sprache, Schutz vor Gewalt, queere Angebote und antifeministische Gegenbewegungen. Bemerkenswert war der nüchterne Zugriff: Nicht Heldentum wurde empfohlen, sondern Analyse, Dokumentation, Schutz, Vernetzung und klare Grenzen. Also im Grunde das Unspektakulärste der Welt. Aber auch so wirksam.
Wasser ist mehr als Trinkwasser
Wasser ist in Emden überall: Zuerst kommt es aus dem Hahn, es fließt durch die Kanäle und Gräben, es plätschert in Hafenbecken und Übergangsgewässern. Es ist also so offensichtlich wie unscheinbar. Erst wenn etwas auffällt, wie tote Fische, Geruch, Trübung oder Verfärbung, schaut man genauer hin. Ein Dossier zum Thema lokales Wasser, schafft hier ein bisschen Klarheit: Denn gut kontrolliertes Trinkwasser sagt uns noch nicht, wie es einem Kanal oder einem Gewässerökosystem geht.
StadtWalk: Ein unabhängiges Stadtmagazin über Emden und Ostfriesland.

