Texte · Spaziergänge · Einordnungen

Solidarische Landwirtschaft vor der Haustür

Ein Buchbeitrag über solidarische Landwirtschaft führte überraschend schnell nach Wybelsum. Dort wird in Emden bereits praktiziert, was sonst leicht nach ferner Zukunft klingt: Ernte, Kosten und Risiken werden gemeinschaftlich getragen. Gerade mit Blick auf Dürre, Wetterextreme und regionale Versorgung ist das mehr als ein nettes Gemüsemodell. Es geht um die Frage, wie Ernährung wieder gemeinsamer gedacht werden kann.

Große Klimademo in Hamm am 30.05.2026

In Hamm ruft ein Bündnis aus Campact, Fridays for Future, BUND und Greenpeace zur Demonstration gegen neue Gaskraftwerke auf. Auch aus Emden ist die Anreise mit Regionalzügen möglich. Der Protest verbindet große Energiepolitik mit einer sehr praktischen Frage: Wie hinkommen? Deutschlandticket, Baustellen und Bahnrealität inklusive.

Ein Konzertabend zwischen Dunkel und Licht

In der Kirche von Hinte spielten Danjulo Ishizaka und Markus Schirmer bei den Gezeitenkonzerten einen Abend, der nicht bloß Programm abarbeitete. Mozart, Brahms, Cassadò und Beethoven wurden zu einer Bewegung: vom inneren Monolog über die Zwiesprache bis zur gemeinsamen Energie.

Agatha Christie ohne Poirot

„Tod auf dem Nil“ im Festspielhaus Emden beginnt vertraut: Nilkreuzfahrt, gehobene Gesellschaft, Eifersucht, Pistole, Mordverdacht. Und doch fehlt eine Figur, die viele erwarten: Hercule Poirot. Die Bühnenfassung folgt Agatha Christies eigener Theaterbearbeitung, in der der scharfsinnige Pfarrer Canon Pennefather die Ermittlerrolle übernimmt. Das verändert den Ton — weniger berühmter Detektiv, mehr Kammerspiel über Gier, Kränkung und Beobachtung.

Geschlechtergerechtigkeit bleibt Arbeit

Ein Vortrag in Emden machte deutlich: Geschlechtergerechtigkeit ist kein erledigtes Kapitel, sondern ein umkämpftes Feld. Es geht um Rechte, Sichtbarkeit, Sprache, Schutz vor Gewalt, queere Angebote und antifeministische Gegenbewegungen. Bemerkenswert war der nüchterne Zugriff: Nicht Heldentum wurde empfohlen, sondern Analyse, Dokumentation, Schutz, Vernetzung und klare Grenzen. Also im Grunde das Unspektakulärste der Welt — und gerade deshalb so nötig.

Wasser ist mehr als Trinkwasser

Wasser ist in Emden überall: aus dem Hahn, in Kanälen, Gräben, Hafenbecken und Übergangsgewässern. Trotzdem wird oft erst hingesehen, wenn etwas auffällt — tote Fische, Geruch, Trübung, Verfärbung. Das Dossier zur Gewässerqualität unterscheidet deshalb sauber zwischen Trinkwasserqualität, Gewässerqualität und ökologischem Zustand. Denn ein kontrolliertes Trinkwasser sagt noch nicht, wie es einem Kanal oder einem Gewässerökosystem geht.

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