Im Buch Werkzeugkasten der Zukunft stieß ich auf die Idee der solidarischen Landwirtschaft. Eine kurze Recherche später lag das Thema plötzlich nicht mehr irgendwo in der Zukunft, sondern in Wybelsum — also direkt in Emden.
Neulich habe ich mir das Buch Werkzeugkasten der Zukunft aus dem Katapult-Verlag gekauft. Darin werden 150 Ideen vorgestellt, die zeigen sollen, wie eine bessere Welt praktisch aussehen könnte. Nicht als fertiger Masterplan, eher als Sammlung von Ansätzen, die irgendwo schon ausprobiert werden. Einer dieser kleinen Beiträge hat mich besonders angesprochen: solidarische Landwirtschaft.
Das Prinzip ist schlicht: Menschen kaufen nicht einfach einzelne Lebensmittel, sondern erwerben Anteile an einem landwirtschaftlichen Betrieb oder einer Gärtnerei. Dafür erhalten sie einen Anteil an der Ernte. Kosten, Verantwortung und Risiken werden geteilt. Wenn viel wächst, ist das schön. Wenn Trockenheit, Starkregen oder andere Wetterextreme die Ernte beeinträchtigen, betrifft das nicht nur den Hof allein, sondern die ganze Gemeinschaft.
Ich fand diese Idee sofort interessant, gerade auch mit Blick auf das Thema Dürre, das mich derzeit beschäftigt. Denn hier wird sehr konkret, was sonst oft abstrakt bleibt: Landwirtschaft hängt am Wetter, am Wasser, am Boden — und an der Frage, wer eigentlich das Risiko trägt, wenn sich Bedingungen verändern.
Also habe ich weitergesucht: Gibt es so etwas eigentlich auch hier in Ostfriesland?
Und dann stieß ich ausgerechnet auf einen Hof in Wybelsum, also direkt in Emden: den Solidarischen Hof Wybelsum. Dort wird solidarische Landwirtschaft bereits praktiziert. Die Hofgemeinschaft teilt nach eigener Darstellung Ernte, Finanzierung und auch die Folgen klimatischer Veränderungen.
Für heute ist das erst einmal nur ein kleiner Hinweis. Aber einer, den ich weiterverfolgen möchte. Denn in dieser Idee steckt mehr als eine alternative Form, an Gemüse zu kommen. Es geht um regionale Versorgung, um Landwirtschaft unter veränderten Klimabedingungen, um faire Beiträge und um die Frage, ob Ernährung wieder stärker als gemeinsame Angelegenheit verstanden werden kann.
Manchmal führt ein Buchbeitrag eben nicht in die Ferne, sondern ziemlich direkt vor die eigene Haustür. In diesem Fall: nach Wybelsum.
Links zum Thema
Werkzeugkasten der Zukunft
Das Buch aus dem Katapult-Verlag stellt 150 innovative Ideen für eine bessere Welt vor — darunter auch solidarische Landwirtschaft.
https://katapult-verlag.de/programm/werkzeugkasten-der-zukunft-150-innovative-ideen-fur-eine-bessere-welt
Netzwerk Solidarische Landwirtschaft
Grundlagen, Beispiele und Hintergründe zum Konzept der solidarischen Landwirtschaft in Deutschland.
https://www.solidarische-landwirtschaft.org/startseite/
Solidarischer Hof Wybelsum
Der lokale Bezug: solidarische Landwirtschaft direkt in Emden-Wybelsum.
https://www.solidarischer-hof-wybelsum.de/
